Knie Operation, Reha Verlauf

20 Feb., 2026 | Uncategorized

Am 17. Oktober wurde ich an meiner Patellasehne operiert. Bei dem Eingriff wurde beschädigtes Sehnengewebe entfernt – ein notwendiger Schritt, um die Grundlage dafür zu schaffen, langfristig wieder schmerzfrei und leistungsfähig auf höchstem Niveau Zehnkampf betreiben zu können. Gleichzeitig begann damit eine der intensivsten und lehrreichsten Phasen meiner bisherigen Karriere.

Die ersten Wochen nach der Operation waren geprägt von Geduld. Es ging nicht darum, zu trainieren oder Leistungen zu erbringen, sondern darum, die Beweglichkeit wiederzuerlangen, das Knie Schritt für Schritt zu belasten und Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Fortschritte wurden nicht in Weiten oder Zeiten gemessen, sondern darin, alltägliche Bewegungen wieder schmerzfrei ausführen zu können. Diese Zeit war vor allem mental herausfordernd, da ich es gewohnt bin, meine Grenzen zu pushen, während es in der Rehabilitation entscheidend ist, nichts zu überstürzen.

Einen wichtigen Wendepunkt stellte das dreiwöchige Trainingslager im Dezember dar. Dort konnte ich unter optimalen Bedingungen grosse Fortschritte machen. Zum ersten Mal seit der Operation war es mir möglich, wieder locker zu joggen und erste kleine Sprünge zu absolvieren. Diese Momente waren sowohl körperlich als auch mental enorm wichtig, da sie mir gezeigt haben, dass ich auf dem richtigen Weg zurück bin.

Mit dieser Basis konnte ich das Training in den darauffolgenden Wochen weiter steigern. Auf erste Kraftübungen folgten Stabilisations- und Koordinationsformen, später kamen intensivere Laufeinheiten dazu. Jeder Schritt wurde gezielt geplant, mit dem Fokus, die Patellasehne nachhaltig zu stärken und den Körper wieder an die Belastungen des Leistungssports heranzuführen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Rückkehr zu den ersten Disziplinen. Den Anfang machte das Kugelstossen, bevor ich nach und nach wieder Hürden laufen, Stabhoch springen und erste kleinere Sprünge absolvieren konnte. Auch im Hochsprung konnte ich wieder einsteigen, vorerst über das andere Bein, um die operierte Seite weiterhin kontrolliert zu entwickeln.

Ein besonderer Moment war mein erster Wettkampf nach der Operation im Kugelstossen. Wieder im Wettkampf zu stehen, Adrenalin zu spüren und Teil des Geschehens zu sein, bedeutete mir sehr viel und war ein weiterer Schritt zurück in Richtung Normalität.

In den darauffolgenden Wochen hat sich mein Fortschritt nochmals deutlich beschleunigt. Die Belastbarkeit nimmt stetig zu, die Bewegungen fühlen sich immer natürlicher an, und ich kann kontinuierlich weitere Inhalte in mein Training integrieren. Diese Phase zeigt mir jeden Tag, dass sich die harte Arbeit auszahlt.

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